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Clevere Kleinbären



In den 1920er Jahren wurden Waschbären (Procyon lotor) durch den Menschen nach Europa gebracht, wo sie in Pelzfarmen gehalten wurden. Zusätzlich wurden einige Waschbären freigelassen, da Jäger neue jagbare Tiere in ihren Wäldern wünschten (John L. Long, 2003). Als erfolgreicher Kulturfolger war es für den Waschbären sehr einfach, sich im neuen Lebensraum zu etablieren, was ihm schließlich zum Verhängnis wurde und er auf der Unionsliste der EU-Verordnung Nr.1143/2014 zu invasiven Arten landete. Dies bedeutet, dass er mit Lebendfallen gefangen werden darf und zum Abschuss freigegeben ist.

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Waschbären erscheinen vor allem aufgrund ihrer hohen kognitiven Fähigkeiten konfliktbehaftet. Ein Forscherteam um Stanton et al. (2017) publizierte, dass Waschbären, anders als Krähen oder Kleinkinder, sehr innovativ bei der Lösung von Problemen sind (z.B. das Aesop’s Fable Paradigm; Apparatur für Kognitionstests: Zur Erforschung des kausalen Verständnisses von Wasserverdrängung etwa durch Steine). Anstatt die cleveren Kleinbären zu verteufeln, sollten wir die Rolle dieser „Eindringlinge“ überdenken und wie Fred Pearce in seinem Buch „Die neuen Wilden“ (2015) erläutert, auch die positiven Seiten von sogenannten invasiven Arten berücksichtigen.

Das fabelhafte Beitragsbild hat Arina Bobrov gemalt – an dieser Stelle wollen wir uns für deine wertvolle Unterstützung bei diesem Beitrag bedanken!
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