Sandskulptur Schildkröte am Ozora Festival - Überschrift "Formwandler"
Formwandler
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Im Einklang mit deinen Werten
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Lachs mit Überschrift "Gegen den Strom"

Gegen den Strom



Ökostrom durch Wasserkraft? Klingt im ersten Moment super – beim genaueren Hinsehen nimmt man den bitteren Beigeschmack der Umweltzerstörung und Artensterben wahr.
Die Flüsse werden seit jeher von Menschen genutzt, für Fischfang, Transportwege oder auch Energiegewinnung. Diese Nutzung intensiviert sich zunehmend. Es werden Dämme gebaut, Flüsse begradigt und durch Wassernutzung in der Landwirtschaft viele Chemikalien in Flüsse gespült. Wen es besonders trifft sind wandernde Tiere. Das führt dazu, dass die Populationen von migrierenden Fischarten seit 1970 weltweit um 76% (!!!) zurückgegangen sind. >>Quelle In Europa ging die Populationen migrierender Fischarten sogar um 90% (!!!) zurück – na kein Wunder bei dieser immensen Anzahl an Hindernissen: Karte von Staudämmen in Europa.

Unsere Flüsse werden fischärmer, wärmer und erfüllen immer weniger ihre „ökologischen Aufgaben“, was auch unser Leben sehr beeinflusst.

Dämme ziehen einen Rattenschwanz ökologischer Probleme nach sich: Lachse nehmen diese Wanderschaft vom Ozean die Flüsse hoch nur einmal in ihrem Leben auf sich, um in den klaren Bächen ihre Eier abzulegen, um für eine weitere Generation zu sorgen. Die Wanderung ist so herausfordernd, dass die Lachse nach der Wanderung vor Erschöpfung sterben, was vielen Tieren und Wasserorganismen Nahrung spendet, auf die sie angewiesen sind. Fehlt der Nährstoffeintrag, so wirkt sich dies auf das gesamte Ökosystem aus - beispielsweise Mikroorganismen, Pilze, andere Fische, und die großen Carnivoren, die in den Wäldern um die Flüsse leben. Das Ökosystem ist ein irrsinnig komplexes Netzwerk, das oft erst verstanden wird, wenn es bereits durch menschliche Aktivitäten zu Problemen kommt.

Leider werden limnische Ökosysteme (Flüsse und Seen) oft als selbstverständlich wahrgenommen – dass diese aber für unsere Trinkwasserversorgung und auch die umliegenden Ökosysteme essenziell sind, wird oft vergessen. Die gute Nachricht ist, dass sich Fischpopulationen, wenn alle Hindernisse aus dem Weg geräumt wurden wieder sehr schnell erholen. >>Quelle
Das klingt ja vielversprechend in Anbetracht der erschreckenden Populationsverluste. Nur um dieses erfreuliche Ergebnis zu sehen, haben wir viel Arbeit vor uns:

  • Wir müssen uns bewusst machen, dass Flüsse nicht einfach schönes Ambiente für den Familienausflug am Wochenende sind, sondern viel mehr, dass gesunde Flüsse unser Lebenserhaltungssystem sind.

  • Flussrenaturierungen und Abriss von unbenutzten Dämmen (ja die gibt es auch zuhauf….) würde uns schon einen gewaltigen Schritt in Richtung gesündere Flüsse bringen.

  • Rede darüber mit deiner Familie und Freunden, denn die ökologischen Probleme von Flüssen sollen kein Geheimnis bleiben!