Ein Weichkäfer wsitzt auf einem Blatt - drüber die Überschrift Der unscheinbare Käfer
Der unscheinbare Käfer
9. September 2020
Lachs mit Überschrift "Gegen den Strom"
Gegen den Strom
23. September 2020
Sandskulptur Schildkröte am Ozora Festival - Überschrift "Formwandler"

Formwandler - Die Moral



Die eigene Moral ist etwas Formbares, das sich über das gesamte Leben entwickelt hat – nun stehen wir bei einem moralischen Standpunkt, der ebenfalls eine Momentaufnahme ist. Alle Umwelteinflüsse können den Standpunkt ändern. Mit Menschen zu diskutieren und sich auszutauschen, ein Buch zu lesen oder ein ganzes Studium birgt Potenzial, seine Werte, auf denen die Moral fußt, neu auszurichten.

Jedes Jahrhundert, jede Partei, jede Jugendkultur hat unterschiedliche Werte und sogar jede einzelne Person hat eine ganz einzigartige moralische Landkarte, auf der sie sich bewegt. Ständig wägen wir ab – ist das gut oder böse. Was hat mein Handeln für Auswirkungen auf mich und auf andere Menschen, auf Tiere oder die Umwelt, aber auch auf menschliche Konstrukte wie die Wirtschaft. Entscheidungen zu fällen, ist meistens recht einfach, wir entscheiden aus dem Bauchgefühl. Übrigens, das ist auch ein Punkt, der uns von Computern unterscheidet – Computer können bei „gleichwertigen“ Optionen keine Entscheidungen treffen, weil ihnen Gefühle und Emotionen fehlen.

Jedoch wird es vom Menschen oft als negativ empfunden, dass die Entscheidungen oft Ergebnisse der Gefühle sind.Ein Mensch strebt meist danach, rational zu handeln, und auch dass seine Handlungen auch als rational von anderen wahrgenommen werden. Gefühlsbetontheit wird auch oft Frauen „vorgeworfen“, als würde es sich dabei um eine Eigenschaft handeln – doch tatsächlich wählt auch der rationalste Wissenschaftler sein Mittagessen aufgrund seines Bauchgefühls.

Viele Handlungsweisen haben wir über Jahre etabliert und wir hängen aufgrund von Gewohnheit an diesen – ja nicht zu viel Energie für neue Lösungen verschwenden, denkt sich unser tiefverwurzeltes Unterbewusstsein, denn der Erhalt unseres großen Gehirns ist sehr energieaufwendig. Darum ist es so enorm schwer, seine Gewohnheiten zu verändern.

Die Beschäftigung mit Ethik und Philosophie hat es mir ermöglicht, viele Gewohnheiten zu ändern. Einfach weil ich mir Tatsachen bewusst gemacht und die für mich richtigen Handlungen rausgepickt habe. Das kannst auch du machen – und du wirst sehen, wenn du nicht mehr im Widerspruch mit deinen Werten stehst und deine Augen mehr und mehr für das öffnest, das dir wichtig ist, ist das Leben gleich viel bunter und fröhlicher.

Wie die Skulpturen auf dieser Sand-Wand, auf einem meiner liebsten Festivals, können sich im Laufe des Lebens die Formen von Werten ändern. Es sind keine starren Konstrukte, Werte sind immer im Fluss und werden von der Umwelt beeinflusst. Beschäftige ich mich zum Beispiel mit Veganismus sehr intensiv, fällt es mir auch leichter auf tierische Produkte zu verzichten. Wird ein anderes Thema wichtiger in meinem Leben, so bekommen andere Werte mehr Gewicht. Das kann zu Verhalten führen, das andere Lebewesen entweder positiv oder negativ beeinflusst.
Du selbst entscheidest….

Geht es dir ähnlich? Welche Werte kommen und gehen in deinem Leben? Wie haben sich deine moralischen Werte über die Zeit verändert? Was fandest du in Vergangenheit gut, das du nun ablehnst und umgekehrt?

Lass mir deine Gedanken dazu da, ich freue mich darüber!
Wir lesen uns, bis in zwei Wochen!

Bettina